FAQ's

Grundsätzliche Fragen

1.
Ich möchte nachhaltiger produzieren, weiß aber nicht wie. Womit fange ich an?

Mit dieser Frage seid ihr hier genau richtig. Am Besten geht ihr zurück zu unserer Startseite. Unter "In 3 Schritten zum Erfolg" findet ihr unkomplizierte und einfach umsetzbare Möglichkeiten, um eine Produktion „grüner“ zu gestalten. Unter "Green Departments" gibt es eine Liste der Dinge, die jeder tun kann oder die pro Abteilung getan werden können. Außerdem bieten wir im Download-Bereich eine Dienstleisterliste an.
Wichtig ist es, eigene Schwachstellen herauszufiltern und Alternativen zu prüfen. Was ist technisch und zeitlich überhaupt innerhalb des Produktionsvolumens umsetzbar?
Teilt mit uns eure Erfahrungen.

2.
Ich habe eine nachhaltige Produktion geplant, doch weder meine Crew noch die Dienstleister sind bereit mitzuziehen. Was kann ich tun?

Eine gute Kommunikation ist ALLES und es geht immer um das WARUM.
Erklärt im Vorfeld, warum ihr euch für eine „grüne“ Produktion stark macht. Das können persönliche Gründe als auch die konkrete Vorgabe des Kunden sein. Ebenso ist es wichtig frühzeitig zu kommunizieren, dass es sich um eine „grüne“ Produktion handelt, z.B. mit dem Anschreiben Team. Ihr könnt eure Crew direkt zu "Green Departments" leiten, hier können sie lesen, welche Maßnahmen sie in ihrer Abteilung ergreifen können. Erinnert zu jeder Gelegenheit z.B. mit entsprechenden Notizen auf dem Callsheet oder in eurer Emailsignatur, Memo Email/Callsheet.
Zusätzlich könntet ihr eine verantwortliche Person am Set haben, die euch hilft, alle Maßnahmen mit der Crew umzusetzen.
Scheut euch nicht davor eure Dienstleister immer wieder nach nachhaltigen Alternativen zu fragen. Und wundert euch nicht, wenn die Dinge beim ersten Mal nicht funktionieren. Seid beharrlich, lasst euch nicht entmutigen. In ein paar Jahren ist die „grüne“ Produktion Routine!

3.
Können wir die Industrie überhaupt verändern?

Die Nachfrage schafft das Angebot.
Wenn wir eine günstigere Beleuchtung mit geringerem Energieverbrauch wollen, müssen mehr Leute damit arbeiten. Wenn wir möchten, dass die Filmstudios mit einem funktionierendem Recyclingsystem ausgestattet sind, und wenn wir den Einsatz von Wegwerfgeschirr und Plastikwasserflaschen abschaffen möchten, müssen wir darüber informieren und auch deutlich machen, warum.
Das gleiche gilt für den Umgang mit euren Kunden. Informiert sie über eure Maßnahmen und schafft Bewusstsein.
Wenn alle zusammenarbeiten, können wir am stärksten und schnellsten etwas verändern.

4.
Ich hab schon genug zu tun, warum muss die Produktion die Umweltproblematik auffangen?

Eine Filmproduktion ist die Schnittstelle eines Drehs, sie koordiniert alle Abteilungen inkl. Casting und steht im engen Kontakt zur Agentur und zum Kunden. Diese Webseite soll euch die Methodik zum kreativen und nachhaltigen produzieren aufzeigen. Ihr habt die Möglichkeit, eure Crew auf maßgeschneiderten Ressourcen wie Green Departments und die Dienstleisterliste aufmerksam zu machen.
Außerdem erhaltet ihr einige Vorlagen, die ihr nutzen könnt, wie das "Anschreiben Team" und die Checkliste.
Noch sind diese Maßnahmen freiwillig, doch es wird nicht mehr lange dauern, da werden sie zur Pflicht.
Spätestens dann, wenn es Kunden und Agenturen einfordern und die Gesetzeslage sich geändert hat.

5.
Was ist der CO2 Fußabdruck?

Bei dem CO2 Fußabdruck (carbon footprint) handelt es sich um die Menge an CO2-Emissionen, die ein Mensch in einer bestimmten Zeit verursacht.
Bei einem großen Fußabdruck, werden überdurchschnittlich viele Emissionen verursacht;
ein kleiner Fußabdruck hingegen impliziert einen klimafreundlichen Umgang mit den Ressourcen.

6.
Kann ich meinen CO2 Fußabdruck kompensieren?

Ja, das geht. Bei der Kompensation des CO2 Fußabdrucks wird im wesentlichen die Menge an Kohlenstoff, die ihr in die Atmosphäre abgegeben habt, durch eine Zahlung für wohltätige Zwecke ausgeglichen. Eine der wichtigsten Möglichkeiten zum Ausgleich besteht darin, Bäume zu pflanzen.
Auf unserer Dienstleisterliste findet ihr Angaben zur Kompensation.

7.
Warum kompensieren wir dann nicht einfach alles? Das ist doch viel einfacher!

Diese Art zu Denken lässt unseren Planeten leider nicht länger leben. Es ist wichtig, dass wir sparsam mit unseren Ressourcen umgehen und die Energieverschwendung eindämmen. Die Kompensation sollte der letzte Ausweg sein. Sie ist gut, um nur die unvermeidbaren CO2-Emissionen auszugleichen, wie z.B. von Flügen zum Auslandsdreh. Ihr solltet zunächst aber immer versuchen, mögliche Emissionen zu reduzieren.

8.
Was sind die größten CO2 Verursacher am Set/innerhalb einer Produktion?

Reisen, Transport, Energieverbrauch für Licht und Technik und der entstehende Müll.
Aber auch der Energieverbrauch für die Datenspeicherung nimmt zu.

9.
Ist es teurer nachhaltig zu produzieren?

Viele „grüne Maßnahmen“ sparen tatsächlich Geld - in einigen Fällen sofort,
während ihr bei anderen Änderungen möglicherweise länger warten müsst, um die Einsparung zu sehen.
Der Umstieg auf Wasserspender wird zum Beispiel schnell günstiger als der palettenweise Kauf von kleinen Plastikflaschen.
Oder wenn ihr weniger Callsheets & Dispos druckt, spart ihr Kosten für Papier und Tinte.
Das Wechseln von Lichtschaltern zu Zeitschaltern oder Bewegungssensoren in Büros und Studios ist mit einem anfänglichen Aufwand verbunden,
wird aber im Laufe der Zeit auch zu niedrigeren Energiekosten führen.
Wenn ihr mehr Nachweise erhalten möchten, könnt ihr den Kosten-Nutzen-Analysebericht von PGA Green (http://www.greenproductionguide.com/resources/cost-benefit-analysis/) lesen.

10.
Bleiben die Mehrkosten nicht wieder bei der Produktion hängen?

Auch das ist eine Frage der Kommunikation und bedarf unser aller Überzeugungsarbeit.
Natürlich gibt es nachhaltig sinnvolle Maßnahmen, die sich im KV niederschlagen würden.
Beispielsweise die Beschaffung nachhaltiger Materialien zur Herstellung von Requisiten oder die Zerlegung von Sets zur Wiederverwertung von recycelbaren Materialien erfordert zusätzlichen Aufwand für Crew, Transporte und Studio- / Werkstattflächen.
Erstellt einen „normalen“ und einen „grünen“ KVA. Und bietet die Mehrkosten optional im Anschreiben an,
um zumindest auf die Möglichkeiten hinzuweisen. Es schafft bei den Kunden ein Bewusstsein,
dem sie sich langfristig nicht werden verschließen können.
Ansonsten ist es jedem von euch natürlich selbst überlassen, wie viel ihr in die Zukunft investieren könnt und wollt.