WELCHE WESENTLICHEN PUNKTE SIND NOCH ZU BERÜCKSICHTIGEN?Ballpark figure/GrobkostenMitnichten ist es so, dass der Film- oder Postproduktions-Producer nur die Drehtage oder die Anzahl der zu animierenden Elemente eingibt und unten kommt ein Preis raus. Tatsächlich ist jede Kalkulation individuell verschieden und somit ein Unikat. Es muss zunächst recherchiert werden, wo und wie das Projekt am effizientesten und kostengünstigsten umgesetzt werden kann. Dazu müssen Kosten für Bau, Location, Ausstattung etc. eingeholt werden, dies nicht selten auch aus verschiedenen, sich nicht notwendig in Deutschland befindenden Orten, teilweise mit Zeitunterschied. Bei Post-Produktionen ist das nicht anders: Je nach Art der Aufgabestellung müssen Spezialisten gesucht und deren Verfügbarkeit abgeprüft, gebrieft, überlegt, diskutiert werden, bevor der Producer die Kalkulation mit Menschen-, Zeit-, und Technikeinheiten füllen und somit die Kalkulation erstellen kann. Generell hat es noch keine Situation gegeben, in der sich ein ballpark/ eine Grobkostenschätzung nicht bei alle Beiligten gerächt hätte. Die anfangs mal genannte Zahl bleibt im Kopf, während weitere Paramter Stück für Stück bekannt werden oder sich sämtliche Parameter konstant ändern. Um eine Größenordnung oder einen „Ballpark“ ermitteln, braucht der Producer Zeit, denn es bedeutet nichts anderes als eine komplette Kalkulation zu erstellen. Das geht nicht mal eben so in einer halben Stunde(s. o.) Wetterrisiko Wie jeder weiss ist das Wetter nicht immer so, wie man es gerne hätte. Das betrifft leider auch Drehtage, selbst zu Zeiten und in Gegenden, die als relativ wettersicher gelten. Selbst dem austrainiertesten Producer ist es bislang aber nicht gelungen, auch noch das Wetter zu steuern. Darauf hat er keinen Einfluss. Werbeagentur und Produktion befinden sich an einem Drehort, um dort im Auftrage des Kunden für das Produkt des Kunden einen Werbefilm zu drehen. Daher sind die Kosten, die durch wetterbedingten Ausfall entstehen, durch den Kunden zu tragen. Um zu vermeiden, dass es beim Dreh mangels klarer Abmachungen zu unerfreulichen Szenen kommt, ist es von essentieller Wichtigkeit die vom Script geforderte Wettersituation für alle Beteiligten klar zu definieren. Das muss spätestens im PPM geschehen. Bestandteil des PPM- Protokolls muss daher eine entsprechende Definition der zum Dreh notwendigen Wettersituation sein. Dazu gehört ebenfalls, dem Kunden die Kosten darzustellen, die infolge eines Wettertages entstehen können. Dem Kunden kann hierzu angeboten werden, das Wetterrisiko, ob für einen Tag oder mehrere Tage, auf eigene Kosten zu versichern. Hierzu kalkuliert die Produktion einen Wettertag, der das worst case Szenario der Kosten für wetterbedingten Ausfall an einem normalen Arbeitstag (Mo bis Fr) darstellt. Der Fall, dass es von morgens bis abends durchgehend wie aus Eimern regnet ist zwar eindeutig, aber vergleichsweise selten. Weitaus häufiger entstehen wetterbedingt längere Verzögerungen, die es unmöglich machen, das geplante Tagespensum an Einstellungen vollständig zu schaffen. Daher müssen diese Einstellungen an einem zusätzlichen Tag nachgedreht werden. Ein Wettertag ist für alle unerfreulich, am unerfreulichsten für die Produktion, da das gesamte logistische Konstrukt eines Drehs in einer solchen Situation empfindlich gestört wird. Je nach Situation kann das zur Folge haben, dass für Crew Mitglieder (Darsteller, Regie Kamera usw.) innerhalb weniger Stunden adäquater Ersatz gefunden werden muss. Im übrigen ist der Produzent durch den Gesetzgeber verpflichtet, die entstehenden Kosten für einen Wettertag so gering wie möglich zu halten. Film oder Digitaldreh: Film ist nach wie vor die Königsklasse. Mit Digitalformaten allerdings gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an Möglichkeiten mit sehr guten Ergebnissen. Dennoch ist die Annahme, mit Digitalformaten generell günstiger drehen zu können ein Irrtum, da sehr wohl abhängig von der jeweiligen Aufgabenstellung. Hier ist es sicher empfehlenswert auf die Erfahrung und Expertise des Produzenten zurückzugreifen und das individuell am konkreten Projekt unter Abwägung aller jeweiligen Implikationen zu entscheiden. Produktbeschaffung Findet ein Dreh mit Originalprodukten oder auch Dummies statt ist es wichtig, die entsprechenden Vorlaufzeiten in die Projektplanung mit aufzunehmen, da die entsprechende Versorgung, egal ob mit Packung oder Auto, durchaus schon mal mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Reisekosten Agentur Reisekosten der Agentur sind nicht in der Kalkulation der Produktion enthalten. Bei Drehs im Ausland stellen sie einen erheblichen Kostenfaktor dar. Da diese Kosten projektbezogen sind, müssen sie für den Kunden von der Agentur kalkuliert werden. Faustregel: wie viele Leute fahren wie lange wie häufig wohin (Leute X Tickets plus Leute x Hotel-Ün+Spesen +Taxi/Transport etc.) Sonstige Kosten Agentur Technische Beistellungen: Aufgrund der Beliebtheit von MPEGs zu diversen Zwischenschritten ist es klug, hier agenturseitig ein entsprechendes Kontingent einzustellen, das über die von der Produktion kalkulierten Arbeitskopien hinausgeht. Hierdurch kann man Überraschungen und unerfreuliche Diskussionen vermeiden. |
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